Britische Fernsehsender planen einen Online-Streaming-Dienst für Netflix

Einige der bekanntesten Sender in Großbritannien diskutieren derzeit über die Möglichkeit, einen britischen Online-Streaming-Dienst einzurichten. Die BBC, ITV und Channel 4 - sowie der amerikanische Sender NBC Universal - sollen sich mit der Idee befassen, einen abonnementbasierten Dienst zu schaffen, der mit Online-Streaming-Giganten wie Netflix und Amazon mithalten kann.

In Großbritannien abonnieren 4,3 Millionen Haushalte Amazon Prime Video. Netflix hat eine noch größere Nutzerbasis mit insgesamt 8,2 Millionen Abonnenten. Dies sind enorme Zahlen, und traditionelle britische Sender beginnen sich Sorgen zu machen, dass sie zurückbleiben könnten.

Kinder beobachten Netflix

Die BBC hat zugegeben, dass Jugendliche im Alter von 16 bis 24 Jahren jede Woche mehr Zeit mit Netflix verbringen als mit dem Konsum von BBC-Inhalten - sowohl über ihren Fernseher als auch über den iPlayer zusammen. Dies wird eine bittere Pille für Tante Beeb sein, die den britischen Fernseh- und Radiomarkt schon immer in die Enge getrieben hat.

Das Hauptproblem für die alternden britischen Rundfunkanstalten ist, dass die neuen Kids aus dem Block von einem boomenden Abonnementmodell profitiert haben, indem sie stark in brandneue Programme investiert haben. Diese kreative Explosion trifft sie hart, weil sie genau das bietet, was die Verbraucher wollen.

Und es ist nicht nur Fernsehen. Die BBC hat bestätigt, dass auch junge Leute ihre Radiosender zugunsten von Streaming-Diensten wie Spotify und iTunes einstellen.

Eine Quelle mit Informationen über die laufenden Gespräche teilte dem Guardian mit, dass britische Sender beabsichtigen, einen Dienst einzurichten, der es ihnen ermöglicht, relevant zu bleiben.

„Alle Optionen sind offen, es handelt sich um frühe Gespräche, und noch ist keine Richtung festgelegt. Sie wissen jedoch, dass das Abspielen einer Video-on-Demand-Plattform eine echte Verteidigung für die britische Kreativbranche darstellen würde. “

Etwas muss getan werden

Tony Hall, der Generaldirektor der BBC, erklärte kürzlich, dass "die globale Medienlandschaft in den kommenden Jahren von vier, vielleicht fünf Unternehmen an der Westküste Amerikas dominiert werden wird, wenn sie nicht die Socken hochziehen".

Dies scheint eine vernünftige Prognose zu sein. Schließlich möchten die Verbraucher nicht mehr mit dem Löffel gefüttert werden - stattdessen konsumieren sie Inhalte lieber nach Belieben.

Dies ist nicht das erste Mal, dass BBC, ITV und Channel 4 die Möglichkeit eines Joint Ventures prüfen.

Projekt Känguru

Bereits 2007 planten die drei größten britischen Sender, einen Onlinedienst namens Kangaroo zu starten. Dieses Unternehmen, das als „wegweisend“ bezeichnet wurde, hätte Einnahmen erzielt, indem die Verbraucher zahlen mussten, um außerhalb eines anfänglichen Zeitfensters von sieben Tagen fernzusehen.

Leider wurde das zukunftsorientierte Konzept letztendlich von der britischen Wettbewerbskommission gestürzt. Zu dieser Zeit sagte Peter Freeman, der Vorsitzende der Wettbewerbskommission:

"Nach eingehender und sorgfältiger Prüfung haben wir entschieden, dass dieses Joint Venture eine zu große Bedrohung für den Wettbewerb in diesem sich entwickelnden Markt darstellt und gestoppt werden muss."

Eine Quelle in der Nähe der BBC teilte dem Guardian mit, dass der neue Streaming-Dienst anscheinend "ein bisschen Kangaroo abstaubt, was eine gute Idee war, die niemals hätte blockiert werden dürfen."

Was zu erwarten ist?

Seitdem Kangaroo ursprünglich vorgeschlagen wurde, hat sich viel geändert. ITV Hub und All 4 haben hart gearbeitet, um sich einen Platz auf dem digitalen Markt zu erarbeiten, und beide haben einen vernünftigen Erfolg.

Quellen zufolge ist die BBC bestrebt, iPlayer als Meistermarke in dem neuen Projekt beizubehalten - für die anderen Sender scheint dies jedoch unwahrscheinlich.

ProPrivacy-Analyse

Üblicherweise wurden Videoinhalte von Fall zu Fall an bestimmte Regionen lizenziert. Dies hat zu einer weit verbreiteten Anwendung von geografischen Beschränkungen geführt. Die VPN-Technologie, die es den Menschen ermöglicht, sich in einem anderen Land aufzuhalten, macht geografische Beschränkungen schnell überflüssig. Wenn Sie beispielsweise ein VPN verwenden, können Netflix-Abonnenten auf Netflix-Inhalte zugreifen, die zuvor in ihrer Region gesperrt waren. Dies wird immer beliebter.

Durch die Produktion von Netflix-Originalen und den direkten Einkauf von Inhalten für seine Dienste ist Netflix in der Lage, Inhalte auf allen Märkten gleichzeitig anzubieten. Jetzt sehen wir dasselbe von Leuten wie Amazon und Hulu.

Diese neue Form der globalen Verbreitung von Inhalten bedroht direkt das Finanzierungsmodell der BBC. In Großbritannien muss jeder Haushalt, der Live-Fernsehsendungen sieht oder aufzeichnet, während diese ausgestrahlt werden, über eine Fernsehlizenz verfügen.

Es ist unwahrscheinlich, dass die BBC jemals ihr goldenes Ei aufgibt (obligatorische Lizenzgebühren), aber mit einer neuen Generation von Verbrauchern, die gerne auf Live-Fernsehen verzichten, könnte Beeb den Grundstein für einen abonnementbasierten TV-Dienst legen, der nicht nur verfügbar ist in Großbritannien, aber weltweit.

Meinungen sind die eigenen des Verfassers.

Brayan Jackson
Brayan Jackson Administrator
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